Chirurgie, Orthopädische Chirurgie

Wenn möglich auf Operationen verzichten, ist das Bestreben des Praxiszentrum Meinradsberg.
W
enn nötig und sinnvoll, können kleinere Eingriffe im Praxiszentrum durchgeführt werden (z.B. Hammerzehen, eingewachsene Nägel, Karpaltunnel, evt. Hauttumoren, Sakraldermoide etc.). Auch Infiltrationen von Mitteln zur gezielten Schmerzbekämpfung werden gelegentlich durch unseren Konsiliararzt durchgeführt oder die Anpassung von Bandagen oder Trainingshilfen.

Die chirurgischen Konsilien dienen vor allem dazu, auswärtige Operationsempfehlungen und eine mögliche Operation zu überprüfen mit der Frage, ist eine Operation der einzige Weg und ist eine Operation der beste Weg?
Operationen werden heutzutage oft zu schnell durchgeführt und können so auch nachteilige Auswirkungen haben.  Bei vielen Problemen ist nicht der im Röntgen oder CT sichtbare Schaden die Ursache, sondern einfach die schlechte "Durchblutung", oft mit einer allgemeinen Kräfteerschöpfung verbunden. Mit einer Operation besteht dann die Gefahr, dass mit zusätzlichen Narbenbildungen die "Durchblutung" noch prekärer wird und der ganze Mensch in seinen Kräften weiter geschwächt wird. Mit einer Verbesserung der "Durchblutung" und wenn nötig der Kräftesituation des Patienten insgesamt kann eine Operation fast immer umgangen werden - mit dem Vorteil, dass die Gesundheit insgesamt bewahrt wird und nicht neue Probleme geschaffen werden. Diese Verbesserung kann durch Akupunktur, Akupressur, Somatic Experiencing, Craniosacraltherapie und evt. weiteren Massnahmen wie eine kräfteaufbauenden Ernährung und chinesische Kräuter oder Homöopathie erzielt werden - oft aber auch durch Zuwarten und dem Warten auf die natürliche, spontane Regeneration.

Berühmt ist eine Studie aus Texas, die vor einigen Jahren folgendes Ergebnis gezeigt hat:  Patienten mit Schmerzen aufgrund eines "Knorpelschadens" im Knie bekamen je nach Los eine arthroskopische Knorpelglättung oder eine blosse Kniegelenksspülung oder gar nur einen kleinen Hautschnitt zur Vortäuschung einer Operation. In allen drei Gruppen zeigte sich nachher eine deutliche Besserung der Beschwerden, wobei diese Besserung in allen drei Gruppen etwa gleich ausgeprägt war! Bloss hatten die tatsächlich operierten Patienten den Nachteil, dass ihre Gelenke in der Folge mehr einer Arthrosebildung ausgesetzt waren, weil Vernarbungen die Trophik ("Durchblutung") kompromittiert hatten.


Weitere Informationen:

Evidence Based Medicine: Moderne wissenschaftliche Methoden
zur Bestimmung des Nutzens
Vortrag von Dr. Johannes G. Schmidt am Chirurgenkongress 1998

Homepage Dr. Anton Stadelmann, Konsiliararzt im Praxiszentrum


eh. Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie